Warum auch (Pflege)-Eltern ein Recht auf Wochenende haben

Recht auf Wochenende – Heute gibt es mal einen Artikel, der nicht exklusiv für Pflegeeltern ist, sondern für alle Eltern.

Du kennst bestimmt folgende Szene. Man geht Freitags einkaufen, trifft irgendwen den man kennt, verabschiedet sich und hört dann den Satz: Wünsche Dir ein erholsames Wochenende! Zumindest geht es mir dann so, dass ich nur milde lächle und gleichfalls sage.

Wir, dass sind unsere Maus (10 Jahre, Hobby zur Zeit: zicken), unser Jupp (7 Jahre – auf verschiedensten Ebenen traumatisiert) und Karl (3 Jahre, Hobby zur Zeit: alles ausräumen). Du kannst Dir vorstellen, dass hier immer „Party“ im Haus ist. Ruhiges Wochenende, was ist das 🙂

Aber dennoch braucht man auch als (Pflege)-Eltern mal eine Auszeit am Wochenende. Aber hier meine ich eine Auszeit, die sich auch nach Wochenende anfühlt. Nicht eine, die meine Frau und ich uns auch mal in der Woche gönnen, um bei Kräften zu bleiben.

Also musst Du Dir Freiräume schaffen. Das ist auch für Deine Kinder wichtig. Denn sie müssen lernen, dass Mama und Papa auch zwischendurch mal Zeit brauchen, um den Akku zu füllen.

Ich kann nur von unserer Familie schreiben und Dir erzählen, wie wir das handhaben. Aber vielleicht ist ja auch die ein oder andere Inspiration für Dich dabei.

Unsere Maus kann eine sehr einnehmende und energiesaugende Person sein. Egal ob drinnen oder draußen. Immer muss Mama oder Papa gucken oder man wird von ihr einfach ohne zu fragen in das Spiel eingebunden. Bei ihr können wir mittlerweile ganz klar sagen: Stopp, wir können nicht mehr. Wir brauchen jetzt mal eine Stunde Auszeit, um wieder Power zu bekommen. Das kann sie mittlerweile gut akzeptieren und manchmal respektiert sie das sogar.

Unserem Jupp habe ich das so erklärt: „Kann ein Auto ohne Benzin fahren?“ Jupp: „Nein!“ Ich: „Siehst Du, Mama und Papa müssen jetzt auch mal tanken. Zwar kein Benzin, aber Kraft. Kraft ist das Benzin für Menschen.“ Gott sei Dank hat er diese Logik verstanden. Er spielt dann in seinem Zimmer mit seinen Autos. Aber wehe die Tankzeit ist um 🙂

Bleibt noch Karl 🙂 – Gott sei Dank nimmt er sich Mittags gerne mal eine Auszeit. Er spielt dann sehr gerne mit Jupp in dessen Zimmer.

Was bedeutet Wochenende?

Wie ich schon oben geschrieben habe, muss sich eine Auszeit am Wochenende auch nach Wochenende anfühlen. Aber wie fühlt sich Wochenende an? Da wird jeder seinen eigenen Geschmack haben. Wichtig ist nur, dass Du es auch machst. Es gab in den 80ern mal eine Werbung für Marmelade. Diese Werbung hatte den Slogan: „Get The Weekend Feeling“.

Für mich ist Wochenende zum Beispiel:

  • Lange und gemütlich am Frühstückstisch sitzen
  • Bei einem guten Kaffee ganz entspannt den Sportteil der Sonntagszeitung lesen
  • Beine hoch und Musik hören
  • Wenn alle Kinder im Bett sind, „heimlich“ etwas ganz leckeres kochen. Nur für meine Frau und mich. Und dieses Essen gaaaanz gemütlich und/oder romantisch genießen. (Ich rate hier die Küchentür zu schließen und das Küchenfenster zu öffnen. Unsere Maus ist schon mal durch den leckeren Duft wach geworden…Wir haben dann zu dritt gegessen. – grins)

Nur wenn es Dir selber gut geht, kannst Du Gutes tun

Bitte verstehe mich nicht falsch. Das ist kein Appell, das Wochenende so gut es geht ohne Kinder zu verbringen. Ganz im Gegenteil. Aber es ist ein Appell an Dich, dafür zu sorgen, dass auch Du am Montag das Gefühl hast, ein erholsames Wochenende gehabt zu haben.

Und nein, Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Denn nur wenn es Dir selber gut geht, kannst Du Gutes tun.

Mit Herz und Seele,

Tom

Klick – Passender Buchtipp
Tom Meurer
 

>