Rückführung ist nicht nur ein Wort

Rückführung – oft verdrängt, oft in der Euphorie übersehen. Dabei ist es eigentlich der zentrale Punkt bei einer Fremdunterbringung.

In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagt Benedikt Hörter (Kreisjugendamt Euskirchen): „Was Familien oder Paare, die sich für eine Vollzeitpflegschaft interessieren, berücksichtigen müssen, ist die Tatsache, dass eine Rückführung in die Herkunftsfamilie immer zielführend ist.“

Das die Rückführung immer das Ziel ist, zeigt auch SGB VIII § 34:

Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform

1Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern.

2Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie

1. eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder
2. die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder
3. eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten.

3Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.

Rückführung

Aber eine Rückführung ist auch nicht so einfach. Im Gesetz heißt es ja: ….der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie. Kinder werden nicht umsonst aus ihrer Familie herausgenommen und in Heime oder Pflegefamilien untergebracht. In der Fachsprache heißt das: Vom Jugendamt in Obhut genommen.

In der heutigen Zeit werden Kinder erst aus ihren Familien genommen wenn gar nichts mehr geht. Dazu schreibt familien-wegweiser.de:

Hilfen zur Erziehung werden grundsätzlich nur auf Antrag gewährt und wenn das Jugendamt der Hilfeart zugestimmt hat. Die Hilfen werden jedenfalls immer freiwillig angenommen. Eine „Zwangsbetreuung“ gibt es nicht. Erst, wenn das Kindeswohl gefährdet ist (zum Beispiel bei Kindesvernachlässigung) darf das Jugendamt (mit richterlicher Unterstützung) auch gegen den Willen der Eltern Maßnahmen ergreifen.

Entsprechend schwer ist die Rückführung. Sie ist aber nicht auszuschließen. Darüber solltest Du Dir einfach im Klaren sein bevor Du ein Pflegekind aufnimmst.

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Mit Herz und Seele,

Tom

Tom Meurer
 

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